Sonntag, 4. März 2012

Ode an die philippinische Mango

Die Regel "5 am Tag" gilt bei Philippinos nicht für Früchte- und Gemüse-, eher noch für Fleisch- und Fischportionen. Pampiger ungesalzener Reis begleiten die fettig zubereiteten Protein-Speisen. Gemüse gibt es nicht, und falls doch, wird es in Mayonnaise ertränkt. Mein Dessertverbot habe ich längst abgeschrieben. Denn das können sie hier wirklich: Bibinkas (Pfannkuchen im Bananenblatt), gebratene Cashewnüsse, Doughnuts, Traubeneis mit kandierten Früchten...

Wer so viel singt und tanzt wie die Philippinos, muss sich anscheinend nicht gesund ernähren. Oder liegt es an den ungelogen besten Mangos der Welt? Wir verzehren täglich eine - manchmal auch zwei, drei oder vier - der säuerlichsüssen Früchte, die man übrigens nicht transportieren darf. Um zu verhindern, dass Mangoplagen übertragen oder Arten verunreinigt werden, gibt es sogar Checkpoints. Manch ein Tourist musste seine gelben Schätze schon abgeben. 
Was im Vergleich zu den anderen Ländern auffällt, ist die Freude am Teilen. Chipspackungen, Mandarinchen und Erdnüsse werden herumgereicht. Ob das am katholischen Glauben liegt? Vor dem Anlassen des Motors oder vor dem Essen in der Imbissbude bekreuzigen sich jedenfalls viele. Weder in der Werbung noch in der Auslage der Läden findet man - ungleich den Nachbarländern - Kondome. (Im Widerspruch dazu steht der sehr unkomplizierte Umgang mit Homo- und Transsexualität.)

Der Einfluss der spanischen Kolonialzeit und der amerikanischen Besatzung, zeigt sich aber vor Allem in der Sprache und der Ausbildung. Schon ab der ersten Klasse wird englisch gelehrt und die High School Kids fahren regelmässig zu Wettbewerben, wo sie ihr Können in Geometrie, Geographie oder Basketball unter Beweis stellen sollen. Als Preis gibt es für die Schule ein Zertifikat und für die Schüler Bares. Im Hochphilippinischen sind 20% der Wörter englischen und 15% der Wörter spanischen Ursprungs.

Es macht die Kommunikation mit diesem offenen Inselvolk jedenfalls sehr einfach. Sogar gezählt wird auf englisch oder spanisch! Die Leute heissen typischerweise Jennifer Lopez, Samantha Garcia und Jonnie Gomez und ich habe bestimmt schon zehn Michelles kennen gelernt.

Auf dem Dach und unter dem Berg

Wir waren in: Sabang
Wir sind in: Puerto Princesa
Wir vermissen: einen Ventilator

Die letzte Teilstrecke unserer Fahrt nach Sabang hocken wir auf dem Dach eines Jeepnies (verlängerter Jeep). Mit uns befinden sich unsere Rucksäcke, sieben Männer, Lieferungen für ein paar Läden, ein Huhn, eine Ziege, ein Wellblechdach und eine Rolle Stacheldraht auf dem Dach. Unten fahren duzende Kinder und Frauen mit. Wir hatten keine Wahl, merken aber schon bald, dass wir es nicht besser hätten treffen können. Die Felsen und der Urwald lassen sich im "Cabrio" am besten geniessen. Zum Fotografieren haben wir leider keine Hand frei.

Wir schlafen in einem einfachen, aber wunderschön mit Holz verzierten Bastbungalow und brechen schon um sieben Uhr morgens auf, um eine Höhle zu befahren. Und zwar auf einem Ruderböötlein (Motorschaden ausgeschlossen). Wir entern den Untergrundfluss von der Meeresmündung her und fahren fast eine Stunde lang durch Gänge, Tunnel und Hallen. 65 Meter misst die höchste. Ich halte das Licht, Pierre den Fotoapparat und der Gondoliere kommentiert die Formationen: ein Dinosaurier, Maria, eine Bananenblüte, ein Riesenpilz, eine Qualle, eine nackte Lady und Jesus. Man sieht, was die Leute hier so bewegt...

Mittwoch, 29. Februar 2012

Die vier scheenschte Dääg

(Um an die Fasnacht heranzukommen, brauchen wir einen zusätzlichen Tag. Wir möchten aber keine Sekunde davon missen.)









Wir waren in: El Nido
Wir sind in: Puerto Princesa
Wir vermissen: Nichts


El Nido ist wahrhaftig ein Nest. Hinter einen Zuckerhut duckt sich das ehemalige Fischerdorf, in dem sich bis heute zahlreiche Gasthäuser, Barfussrestaurants und Tante-Emma-Läden angesammelt haben. In der Bucht liegen weiss-blau gestrichene Bankas vor Anker, bereit um Besucher zum Bacuit Archipel zu führen. Schon die Standardbootstour "A" haut uns vom Hocker. Von neun Uhr morgens bis fünf Uhr abends gondeln wir zu siebt von Insel zu Insel und es wird keine Sekunde langweilig. Dank Motorschaden hängen uns die anderen Boote bald ab. So durchschnorcheln wir die türkisen Lagunen ungestört, essen in Ruhe gegrillten Fisch an einem der Traumstrände und planschen in klarstem Wasser.

Die Korallen waren nur ein Vorgeschmack zu dem, was wir am zweiten Tag beim SCUBA-Probier-Kurs zu sehen bekommen. Der erste Tauchgang beginnt mit einer Einweisung und bringt uns schon auf 11 Meter Tiefe. Mit "one big step forward" platschen wir zum zweiten Tauchgang ins Wasser. Wir schweben durch ein Blumenfeld von Korallen, sehen gelbe Schnapper, Königsmakrelen, einen Krokodilfisch und einen beeindruckenden Pufferfisch. Die erfahreneren Taucher sind sich einig: Das war einer ihrer besten Tauchgänge. Auf den dritten Tauchgang verzichte ich. Irgendwie fühl ich mit dem ganzen Equipment wie ein Zombie statt wie ein Fisch. Ab jetzt werde ich wieder schnorcheln und mich wie ein Fisch fühlen. Pierre kommt aber auch vom dritten Tauchgang ganz entzückt zurück. Interessante Felsformationen und zwei grosse Schildkröten habe ich verpasst. Auf dem Rückweg fliegen Fische neben unserem Boot her. Ich wusste gar nicht, dass die wie ein Düsenjet in die Kurve liegen können.

An Tag drei und vier mieten wir uns einen Töff mit anständigen Reifen. Täglich gut sechzig Kilometer rattern wir über Schotterstrassen. Faule Hunde, dumme Hühner, blöde Schweine und verstörte Zicklein machen sich nach euphorischem Einsatz der Hupe (wörtlich) aus dem Staub. Als Beifahrerin gehört es zu meiner Aufgabe, den Kindern zurück zu winken. Es lohnt sich jede Kurve der Rallyefahrt. Wir versuchen uns am Grün der Reisfelder sattzusehen und entdecken den wirklich atemberaubensten und dazu einsamsten und saubersten Strand unserer Reise - den Duli Beach.

Am Buluang Beach serviert uns die Babes Canteen einen schlichtweg grandiosen Lapulapu (Zackenbarsch) im Bananenblatt. Dann kommt ein laues Lüftchen auf, wir packen aus, pumpen auf, leinen an und ich mache im ultaflachen Wasser meine erste Backroll. Mission accomplished.

Immer wieder werden wir hier von Reisenden gefragt, wo es uns bisher am Besten gefallen hat. Ganz ehrlich? Hier. Palawan toppt alles.



Montag, 27. Februar 2012

Auf dem Wasser


Wir waren auf: Panay und Cuyo
Wir sind auf: Palawan
Wir vermissen: Fettarmes Essen


Nach nur einem Motorschaden, bringt uns die Banka zurück über den 1000 Meter tiefen Graben zur Insel Panay. In Union, nur ein paar Kilometer von Boracay entfernt, finden wir den perfekten Kitespot. Obwohl er komplett sicher und einfach nur wunderbar ist, müssen wir die Bucht noch nicht mal mit einem anderen Kiter teilen.



Einmal mehr sind wir im günstigen Union Beach Resort die einzigen Gäste. Dafür werden wir zum Geburtstagsessen von Grossvater eingeladen. Das schmackhafte "Lechon" (Spanferkel) lassen wir uns natürlich nicht entgehen. Genausowenig das Videoke am Abend mit den Nachbarn vom Dorf. Pierre und ich holen beide 100 Punkte und dürfen gar nicht mehr aufhören zu singen.

Am folgenden Morgen packen wir unsere sieben Sachen und brechen nach Iloilo auf. Von dort soll es eine Fähre nach Palawan geben. Weder das Internet noch die Leute hier können uns Auskunft geben, wann die Fähre geht. Vielleicht am Montag, Dienstag oder Mittwoch? Nach sechsstündiger Fahrt über die grünste Insel, die ich je gesehen habe, finden wir noch am Busbahnhof heraus, dass die "Milagrosa" in nur zwei Stunden ablegen wird. Hopp, ins Tricycle, also.

Wir verbringen zwei Nächte auf dem umgebauten Schiffkutter. Das stählerne Schiff beherbergt circa 300 Kajütenbetten, verteilt auf drei Decks. Zusätzlich werden ein halbes Auto und ein paar Tonnen Reis transportiert. Wir machen es uns in der klimatisierten Touristenklasse gemütlich: Die Kabine hat nur etwa vierzig Betten und zwei Toiletten (und wir sind die einzigen Lasagnen, eh, Langnasen). Luxus im Vergleich zu den Betten im Freien. Schilder fordern auf, für eine sichere Überfahrt ohne Sturm und Blitze zu beten. Es nützt, das Meer ist glatt wie Öl und das Wetterleuchten bleibt weit weg.

Am Tag dazwischen, während das Schiff auf Cuyo ent- und beladen wird, tuckern wir mit einem Tricycle zu einem Strand auf der anderen Inselseite. Leider bleiben unsere Segel verpackt, denn wir haben einen der drei windfreien Tage des Monats erwischt, wie uns der ansässige schweizer Kunsthändler und Windsurfer erklärt. Es wäre aber auch zu schön gewesen... Wir decken uns noch mit Cashewnüssen und vier Mangos ein und legen ab nach Puerto Pricesa.

Dienstag, 21. Februar 2012

Extend the Happiness

Wir waren in: Carabao
Wir sind in: Puerto Princesa
Wir vermissen: Verpflegungsmöglichtkeiten ausserhalb unseres Hotels


Warum Carabao nach dem Wasserbüffel benannt ist, bleibt für mich unergründlich. Auf der Insel stolpert man nämlich regelrecht über Schweine, nie aber über einen Büffel. (Wie man einen Büffel hierher verfrachten könnte, wenn schon nicht mal Gemüse oder grosse Wasserflaschen den Weg hierher finden? Motorräder werden auch auf die Dächer von hölzernen Bankas - der einzigen Möglichkeit von und zu der Insel zu gelangen - geschnürt, also könnte man das vielleicht auch mit einem kleinen Büffel machen.)

Auf dem einzigen gepflasterten Weg lassen wir uns auf zwei Mototaxis quer über die Insel zum praktisch einzigen Resort der Insel kutschieren. Am Nachmittag nutzen wir die gute Sicht zum Schnorcheln. Das Korallenriff beginnt nur ein paar Flossenschläge vor dem hauseigenen Strand. Es leuchtet, genau wie die Fischlein und die üppigen Seesterne, in schillernden Farben.

Der Donnerstag, der sechzehnte macht auf Freitag, der dreizehnte: Es beginnt genau dann zu regnen, als wir zum Kitestrand losfahren wollen. Das wäre halb so schlimm, wenn wenigstens das Motorrad anspringen würde. Wir geben es wieder ab, möchten wir doch lieber nicht im Dschungel stecken bleiben. Wir tragen unsere Kitesachen also zurück zum Resort. Pierres Brett fällt mir dabei auf den Kopf. Zusätzlich zur dicken Beule bin ich inzwischen von oben bis unten rot gepunktet. Die angeschwemmte Quellenschar vom Vortag macht sich beissend bemerkbar. Als wir uns dann in einer Regenpause nochmals aufraffen und am Strand entlang spazieren, trete ich in Hundekotze. Fehlt nur noch, dass uns die Katze das Thunfischsteak vom Teller klaut. Wir bekommen zwar umgehend ein Neues, doch ich farge mich, wie man einen Thunfisch in so kurzer Zeit büchsenreif durchbraten kann.

Wir geben unserem Glück nochmals einen Schupps und fahren (im Regen) zur Postvalentins-Fiesta in San José. Dort überstehen wir die Wahl der "Queen of Hearts" und endlose Reden auf Tagalog schmunzelnd. Wir hätten genausogut auf dem Schulball von Kleinlützel gelandet sein können. Dann darf getanzt werden und wir sind im selben Augenblick wieder zurück im Land der ausgeklügelten Tanzmoves. Mit dem zweiten Lied setzt eine weitere kräftige Schauer ein. Die jungen Babaes und Lalakis tanzen trotzdem. Der Rest der Feiernden sitzt im Schutz von Schirmen bzw. der einzigen beiden Polizeiautos der Insel, für die es ja ohnehin kaum eine Strasse gibt. Sobald der Regen nachlässt, hält das City Management eine weitere Rede. Ein alter Mann übersetzt für uns: The rain has stop, the party will go on, now you can dance and extend the happiness!

Die Insel tanzt ein paar Stunden später noch "Like a Virgin", aber wir fahren zeitig zurück. Leider fehlen dann am Folgetag drei Knötchen Wind, um uns am Postkartenstrand von San José auszutoben. Spielen wir halt Backgammon: Koralle gegen Lavasteine.

Samstag, 18. Februar 2012

BOAH!racay

Wir waren in: Boracay 
Wir sind in: Carabao  
Wir vermissen: Ein Plätzchen für Badetuch und Kite

BOAH, ist Boracay schön! Der zweitschönste Strand der Welt (laut TripAdviser-Voting 2011) ist auf der westlichen Küste der zweimalneun Kilmoeter kleinen Visayas-Insel zu finden. Der Sand ist fein und weiss wie Mehl und unsere Füsse sehen aus wie gepuderzuckerte Brownies. Das Wasser ist kristallklar und leuchtet selbst bei bewölktem Himmel noch türkis. Das Palmenwäldchen, die Dschungelbars, Lounges und Fischrestaurants, die Segelboote und auch der Barfuss-Highway tun der Schönheit keinen Abbruch. Nur auf Sansibar habe ich bisher einen ähnlich schönen Strand gesehen. Im Gegensatz zu Boracay besuchen Sansibar aber zu wenig Leute, als dass es genug Stimmen auf TripAdviser für einen der Strände geben könnte. Trotzdem ist Boracay ein Ort, um seine Schuhe zu vergessen. Zum Glück kann sich Pierre hier neue Havaianas kaufen.


BOAH, ist auf Boracay was los! Am ersten Abend schon treffen wir im Jaspers, welches sich zu unserem Lieblings-Restaurant entwickeln sollte, einen alten Bekannten aus Thailand an. Wir verbringen einen gemütlichen Abend bis Pierre unsere Surfboards auspackt und feststellt, dass diese einen Hick abbekommen haben. Als ich kurz vor Mitternacht nochmals losflipfloppe, um Nagellack zu kaufen, finde ich noch drei Läden, die Nagellackentferner anbieten. Natürlich muss ich mich dafür durch feiernde Touris crawlen. (Leider finde ich keinen mit Nagellack im Angebot, um unsere Boards zu flicken.)

Auf der Ostküste tummeln sich am Morgen darauf so viele Kites, dass man kaum mehr etwas von Meer, Himmel, geschweige denn Strand sieht. Mit der Flut wird der Strand schmal und das Meer etwas leerer und wenn man vom Seegras absieht, dass sich in den Leinen verheddert, steht unserer Session nichts mehr im Wege. Auf dem Weg zum Mittagessen treffen wir noch ein paar alte Bekannte. Ein Profi-Pärchen, das schon in Chumphon am gleichen Strand gekitet hat wie wir und Nanet, die wir damals beim Surfen in Cherating in Malaysia kennen gelernt hatten und die inzwischen auf Boracay den 5. Platz im Freestylekiten erobert hat.

Aber BOAH, die Kiter von Boracay spinnen noch schlimmer als die Römer. Täglich landet ein Kite in den Palmen. An einem besonders windigen Tag (durchschnittlich 29 Knoten) beschliesse ich, dass es für mich und meinen 9-Quadratmeter-Kite zu viel Wind hat. Meine Entscheidung war richtig: Nur wenig später schlingert es einen zentnerschweren Mann wegen einer Reihe von Fehlern um eine Palme und über einen Hag. Sein Kite hängt hinter dem Haus in einem Baum. Weder er noch sein Kite haben eine Schramme abbekommen - ein Schutzengel hat er! Wir lehnen uns zurück und schauen den Pros bei Sprüngen in den dritten Stock und den Frauen beim Kiten mit einem Taschentuch zu.

Donnerstag, 9. Februar 2012

Von Saigon nach Sing City

Wir waren in: Saigon, Manila Flughafen und Roxas, Philippinen
Wir sind in: Boracay
Wir vermissen: eine Mütze Schlaf
 
Nach Saigon reisen wir in einem komfortablen Liegebus und kehren schnurstracks zurück ins My Home Guesthouse, wo man uns auch braungebrannt wiedererkennt. Unsere Sightseeing Touren führen uns ins Nachkriegsmuseum, zu chinesischen Pagoden, auf den Gewürzmarkt und zum billigsten und teuersten Bier unserer Reise. Das teuerste Bier kostet in der höchsten Bar der Stadt 7 Franken, das billigste gibt es bei uns um die Ecke für 30 Rappen. Abends lernen wir Studenten kennen, die ihre Englischkenntnisse verbessern möchten und uns im Gegenzug ihr Land erklären. Die philippinischen Livebands singen sehr überzeugend neue und alte Coversongs und ich hoffe, dass nicht alle guten Sängerinnen emigriert sind. Denn die Reise soll um ein Uhr morgens nach Manila weitergehen. Unmittelbar vor der Abreise erfahren wir vom Erdbeben der Stärke 6,9, das sich dort ereignet und 48 Tote gefordert hat. Wo genau, erfahren wir erst nach zweieinhalb Stunden Flug in Manila. Roxas, unser Tagesziel, soll man das Beben mit 5 Magnituden gespürt haben.

Als wir sieben Stunden später im Cebu-Pacific-Flieger hoch über dem Sulumeer sitzen, bitten die Flugbegleiterinnen freiwillige Gäste ans Mikrofon, um einen Love Song zum Besten zu geben. Bevor ich mir das Köpfeducken in einer vergleichbaren Situation auf einem Europaflug vorstellen kann, haben sich schon drei Philippinos gemeldet, um ihr Lieblingslied gegen eine Merchandise-Kühltasche zu tauschen. Bei der Landung in Roxas (sprich: Rohas) blinkt uns die Feuerwehr entgegen, welche für den einzigen Flug des Tages aufgestanden ist, zum Glück aber nichts zu tun bekommt. In der Empfangshalle auf 2,8 m.ü.m. besingt uns ein Chörli mit Gitarre, während das Gepäck auf das kleinste Rollband der Welt gehievt wird. Wir sind die einzigen Europäer. Muss ich anmerken, dass ich restlos begeistert bin?

Zum Mittagessen verspeisen wir leckere Tintenfische, während die einheimischen Strandbesucher zu Hiphop wippen oder Karaoke singen. Den Prachtswind lassen wir zugunsten von ein paar Stunden Schlaf links liegen. Er wäre fahrlässig, übernächtigt am Schirm zu hängen. Das Abendessen wollen wir aber keinesfalls missen: zwei Rotbarben und Reis. Da meine Frage nach Gemüse lediglich mit einem irritierten Blick beantwortet wird, bestelle ich kurzerhand noch mehr "Früchte". Ein Kessel gedämpfter Austern, serviert mit Limetten so gross wie eine Murmel, kostet 60 Rappen und ist einfach nicht mit importierten Austern zu vergleichen.